Freitag, 30. Juni 2006

Letzte Meldung

Wie schnell zwei Wochen rumgehen können, ist schon merkwürdig. Also, was ist passiert? Wie ich bereits erwähnte kamen wir letzte Woche Donnerstag wieder aus der Jagdhütte und hatten nach den 5 Stunden Heimfahrt nur wenig Gelegenheit uns weitgehend auszuruhen. Freitag stand nämlich schon der nächste Termin an, eine Art Lobesparty der Deutsch-Amerikanischen Freundschaft oder so, mit Blau-Weiß-Rot-Schwarz-Goldener Raumdekoration. Hier lernten wir dann die gesamte Solt-Großfamilie kennen, einige Nachbarn, Freunde und so weiter – im Ganzen um die 60 Leute. Fräulein Lisas Bruder und Neffe spielen in ner Band und gaben ein Privatkonzert und natürlich gabs ne Menge Leckereien aller Art.
Samstag waren wir allesamt zu einer Gartenhochzeit eingeladen, schon krass was die Amis so alles für ihre Besucher arangieren. Martins Geschmack wars nicht so ganz, ich fands aber sehr schön, zumal ein heller blühender Garten eine angenehmere Umgebung für einen Neuanfang bildet als eine kalte dunkle Kirche. Anschließend waren wir Essen, und an der Qualität des Essens gabs auch nichts auszusetzen, aber ist es wirklich nötig bei einem Hochzeitsessen im Restaurant den Champagner aus Plastikgläsern zu trinken ? Sonntag morgen gings dann erstmal in die Kirche, und man muss sagen daß diese im Kontrast zu den meisten australischen Kirchen auch wirklich wie eine solche aussah. Anschließend hatte Nathan ein Baseballspiel, doch als wir dort ankamen regnete wie aus Babybadewannen und das Spiel wurde nach 15 Minuten abgebrochen. Von da aus gings dann zur Abiturfeier zu einer anderen befreundeten Familie, wo wir allerdings, nachdem wir uns vollgefuttert hatten, nicht lange blieben, sondern zur nächsten Veranstaltung der eigentlichen Hochzeitsfeier aufbrachen. Mehr Futter, mehr Menschen zum kennenlernen und mehr nicht staatlich kontrollieren Alkoholausschank (man erinnere sich, das Alkoholtrinkalter in den USA ist selbst für bier 21 Jahre). Ja wir hatten wirklich Spaß da, spaß den man schlecht in Worte fassen kann, das muss man erlebt haben. Lisa hätte Montag ja gerne ausgeschlafen, aber unser Plan besagte wir fahren nach Gettysburg dem Ort wo die wichtigste Schlacht des amerikanischen Bürgerkrieges statt fand. Der Ort ansich ist sehr touristisch vermarktet der Park mit den eigentlich Schlachtfeldernringsum ist allerdings sehr schön gestaltet, wenn auch für die deutsche Augen ungewohnt patriotisch. Jeder der Kämpfenden Bundesstaaten hat dem Park ein Monument gestiftet und abgesehen davon gibt es viele Überbleibsel der großen Schlacht von 1863 überall im Park zu sehen. Heimzu schliefen wir Jungs wieder fast die ganze Fahrt während die armen Eltern fahren mussten und auch nur mit viele Mühe die Augen aufhalten konnten.
Um die amerikanische Geschichte zu komplettieren gings Dienstag nach Philadelphia. Tom musste wieder arbeiten, aber damit wir uns nicht so allein fühlen mussten begleiteten uns Peggy, Becky und Emily, in genannter Reihenfolge eine Gute Freundin von Lisa, ihre ältere Tochter und zugleich Lisa Patenkind und ihre jüngere Schwester. Dort gabs dann so Sachen zu sehen wie die Original Freiheitsglocke, das Haus von Benjamin Franklin und ähnliche Orte die der amerikanischen Unabhängigkeit Geweiht sind. Die letzten 2 Tage ließen wir ruhig angehen, ruhten aus, packten und bereiteten uns auf New York vor, und genau dahin geht’s in ein paar Stunden los.

Neue Bilder

Montag, 26. Juni 2006

Guten Morgen, und falls wir uns nicht mehr sehen sollten, Guten Tag, Guten Abend und Gute Nacht!

Die Zeitzonengeschädigte Rasselbande hat nun schlußendlich selbst das Ende ihrer Existenz eingeläutet aber dazu später, schließlich sind ja noch einige große Löcher im Informationskäse. Wir verließend also Christoph, Lyrup, das Riverland und brachen wieder auf in die große Stadt. Ein letztes Wochenende in Adelaide, letzte Souvenireinkäufe, ein letztes Footballspiel, ein letzter Videoabend mit Betty und ein Festschmaus sind die (letzten) Erinnerungen an Südaustralien. Zum Football haben wir nochmal Carl getroffen, beziehungsweise ihn eingeladen und so ging alle seinen Gang. Montag waren wir nochmal ein wenig vergessene Ecken der Stadt erkunden und zum Abendessen gab es Krabben mit Austern vorneweg und nachher noch den Edelsten Seefisch den Australien zu bieten hat.
Dienstag Morgen ging es dann früh raus, schließlich ging unser Flieger nach Sydney schon gegen Mittag. Der Abschied am Flughafen war rühren, ein letztes Bier in der Flughafenkneipe und dann flogen wir schon wieder quer über Südaustralien und New South Wales und kamen ne reichliche Stunde später in Sydney an. Dies markierte des Beginn einer langen Wartezeit. Es war halb 4 oder so, und unser Flieger ging erst am nächsten morgen um 9, Checkin immerhin um 6. Also wollten wir wie schon von England gewohnt unsere Nacht gleich vorort verbringen. Augi machte noch nen kurzen Anflug in die Stadt während Spenki und ich uns das Spiel Australien-Japan vorm Vortag ungefähr 3mal hintereinander ansahen, vor unser auserkorenen Schlafstätte war nämlich ein Fernseher, und glücklicherweise mit dem richtigen Kanal das wir die Nacht über alle 3 Spiele des nächsten Tages hätten sehen können. Nun daraus wurde dann nichts. Um 11 wurden wir aus der großen Halle verwiesen und wurden mit einigen anderen Nächtigern in nen kleinen Warteraum im unteren Stockwerk des Flughafens verwiesen, bis morgens um 4. Um es abzukürzen, um 9 saßen wir dann in der Boeing von Air Tahiti Nui der Staatsfluglinie von Tahiti, welche uns in 6 Stunden in ihrem Heimatflughafen in Papeete ablieferte. Nun 4 Tage Tahiti und wir hatten absolut keinen Plan, dazu kam dann auch noch dass es schon dunkel war, und wir während des Gepäckeinschließens irgendwie Spenkis Zelt verloren. Also mussten wir grimmig wieder ne Nacht an nem Flughafen schlafen um uns am nächsten Morgen nach verlorenen Gepäckstücken erkundigen zu können. Ein Gutes hatte das Ganze dann doch noch. Während wir warteten kamen plötzlich eine Reihe einheimisch kostümierte Gestalten auf den Flughafen begannen eine Trommel- und Tanzvorstellung, ganz in der Manier wie man sie von einer Südseeinsel erwartet. Nachdem das Zelt am nächsten Tag wieder auftauchte brachen wir in die Stadt auf. Das Haupttransportmittel auf den Inseln französisch Polynesiens ist der Truck, ein LKW mit Bänken auf der Ladefläche, und so einer setzte uns schließlich direkt vor dem Tourismusbüro in Papeete ab. Und wir öffneten die Tür. Und wir setzten einen Fuß ins Innere. Und wir hörten etwas. “Einigkeit und Recht un…“. Ja wir kamen tatsächlich exakt pünktlich zum Anpfiff des Spieles gegen Polen und verbrachten die nächsten 2 Stunden in den Kuschlichen Sofas des Tourismusbüros. Dann erkundigten wir uns nach Unterkünften, liefen zunächst 2-3 Stunden erfolglos durch den Ort (alles belegt), bis wir etwas fanden und schliefen erstmal bis Abends. Augi und ich waren dann noch bei ner Show am Abend, aber auch nicht zu lange denn die Müdigkeit war zu drückend. Nächsten Tag fuhren mit mit dem Bus zu einem schwarzen Strand, hatten aber etwas Pech mit dem Wetter. Abend gings dann per Fähre zur Nachbarsinsel Moorea und (mal wieder im Dunklen) zum Camp. Ums abzukürzen, nachdem wir dann auch noch Moorea grob erkundeten gings 2 Nächte später wieder zum Flughafen. Zwölf Stunden Flug nach New York sind schon ganz schön ekelhaft, aber irgendwie haben wir es tatsächlich geschafft einen Großteil davon zu verschlafen. Das Schlimme kam nachher. Wir verbrachten fast 2h in der Zoll- und Passkontrolle am JFK Airport. Diese Amerikaner sind wirklich derart paranoid, man glaubts kaum. Die lustigen Pappkärtchen mit Fragen über unseren Nazi- und Terrorismushintergrund durften wir natürlich auch ausfüllen. Der Amerikanische Gründervater Benjamin Franklin hat einmal gesagt: „Ein Land dass ein Stück Freiheit aufgibt um ein Stück Sicherheit zu gewinnen, verdient weder das eine noch das andere.“ So hat sich das real existierende Amerika mittlerweile von den Idealen seiner Gründer entfernt. Aber zurück zu uns. Nachdem Spenki in die Stadt aufbrach mussten wir noch eine Weile warten bis wir unsere Empfangsdelegation fanden, doch schließlich fanden wir uns dann in nem dicken amerikanischen Auto wieder, auf dem Weg nach Pennsylvania.
Und man kann wirklich Sagen wir fielen vom Bettyparadies direkt ins Paradies der Familie Solt. Ein nettes Häuschen, halb im Wald versteckt, wurde somit für die nächsten 2 Wochen unsere neue Heimat. Zum Haushalt gehören die Eltern Tom&Lisa, die Söhne Nathan&Ben, die Katzen Daisy&Snowball und der Labrador Bailey. Nach nem Pizzaabendessen und viel Gequatsche gings dann aber doch erstmal ins Bett. Nächsten Tag waren wir einkaufen. Ok das mag viele Männer jetzt Abschrecken und auch uns hats nach den ersten anderthalb Stunden genervt aber es war trotzdem toll, weil es einfach geniale (Marken)Klamotten zu fantastisch niedrigen Preisen gibt, außerdem mussten wir uns Hochzeitssachen kaufen. Noch nen Tag später (man merkt ich hab den Überblick über die Wochentage verloren, aber ich glaube es war Dienstag) fuhren wir dann in die Jagthütte die Tom vor vielen Jahren mit ein paar Kumpels gebaut hat und verbrachten dort 3 Schöne Tage im Herz der Natur, sahen Rehe, Hirsche Hörnchen und hörten endlich mal wieder schön klingende Vögel. So und nun sind wir wieder hier ;o), und für alle die das jetzt an einem Stück gelesen haben ein großes Lob!

Samstag, 10. Juni 2006

Finale

Nein, ich meine (noch) nicht unsere Nationalmannschaft, auch wenn der Auftaktsieg halbwegs respektabel war. Nein so schwer es uns mittlerweile auch fällt, wir verlassen Morgen früh Lyrup und demnächst das mittlerweile liebgewonnene Australien. Unsere Erlebnisse der letzten Wochen noch detailiert niederzulegen ist mir glaube nicht mehr möglich, zu viel ist passiert in zu kurzer Zeit, was man in nem Dreihundertseelenort kaum erwarten würde. Spektakuläre Leiterstürze, absturzfreie Höhenflüge, fliegenumschwirrte Obstflücktage, täglich neue gaumenschmeichelnde Spezialitäten zum Abendessen und abendabschließende DVDs. So viele Sachen mussten noch ausprobiert werden bevor wir das Land verlassen. Das erste und wohl beeindruckendste war dann wohl mit Hobbypilot Rod in einer sechssitzigen Piper Cherokee das Riverland zu Überfliegen, Sams Kühe Kühe zu Erschrecken, die anderen Picker von ihrer Arbeit abzuhalten und nach ein paar kleinen Kunsteinlagen sogar wieder sicher zu landen. Sehr bezeichnend für Betty war folgender Dialog im Imbiss an der Ecke kurz danach:
Betty: Na was wollt ihr.
Alle: Ach naja, eigentlich nichts, könen doch zuhause was essen.
Betty: Kommt schon...
Augi: Nagut ich nehm einen Tintenfischring.
Christian: Und ich eine panierte Garnele.
Betty: Gut also einmal das Calamarismenü und einmal das Garnelenmenü
...

Witzig war auch als wir ne viertel Stunde später wieder auf der Fähre nach Lyrup waren und Rod schätzungsweise eine Minute vorher auch
da ankam. Was macht unsere Betty ? Schnappt sich ein Weinglas aus dem Kofferraum, gibt Spenki den Autoschlüssel und verschwindet in den anderen Wagen. Erst irgendwann Abends wurde sie wieder zuhause abgegeben.
Arbeiten konnten wir zwischendurch auch wieder, im ganzen Glaube ich 8 Tage seit der letzten Meldung. Zum Abschluss sogar mal Mandarinen, würde ich aber keinem Empfehlen der mich danach fragt. An einem unserer freien Tage versuchten mir mal selber Footy zu spielen, ist sehr lustig aber auch in mindestens selbigem Maße anstrengend. Zum gefeierten Abschluss kam unser Lyrupaufenthalt gestern Nacht. Bei Einbruch der Dunkelheit machten wir uns mit Sam und Matthew auf die Haasenjagt die wir Mangels Erfolges irgendwann aufgaben. Anschließend fuhren wir runter zum Fluß, wo Betty und Rod schon am lustig lodernden Feuer saßen und die ersten Steaks brieten. Zusammen mit Augis Kartoffelsalat und Bettys selbstgemixter Spezialgrillsoße, einigen Dosen Bier, vereinzelten Gläsern mit Bundi-Cola wurde dinniert. Nach einer Seite beschränkten wir uns dann auf Flüssignahrung, Augi spielte Gitarre und die Nacht schritt voran. Zwischendurch haben wir dann noch ein Hausboot gekapert, bin mir allerdings garnichtmehr so wirklich sicher warum. Um eins in der Frühe gings dann für uns Deutsche zurück zum Haus, Eröffnungsspiel schauen. Betty und Rod waren erstaunlicherweise noch nicht erfroren als wir morgens um 7 bei leichtem Regen, am wieder auflodernden Feuer frühstückten.
So und nun wird gepackt, Heute Abend ist dann noch irgendeine ominöse Party im Lyrup Club und anschließend gehts nach Adelaide, morgen ist schließlich Footy.

P.S. Bilder

Dienstag, 30. Mai 2006

Alltag ?

Orangenausfallbedingter Freizeitüberschuss" würde dieser Artikel möglicherweise bei Johannes heißen, vielleicht aber auch "Frostprovozierte Arbeitsenthaltsamkeit". Wie dem auch sei wir hatten mal wieder langes Wochenende, diesmal sogar ohne Feiertag. Nach drei Tagen erfolreichem Gepflücke also um die 200 verdienten Dollars war Schluss mit Arbeiten. Freitag Morgen kam Sam ins Haus und meinte, "sorry but no work today" (für die nicht englisch sprechende Leserschafft, "ihr seid gefeuert"). Das war zumindestens für Christoph sehr gut, der hätte sonst nämlich wieder angefangen zu Arbeiten was seiner Hand zweifellos nicht gut getan hätte. Der freitag gestaltete sich dann eher einfach und schmucklos. Ich verbrachte den Tag auf der Couch um mich von der ungewohnten Anstrengung zu erholen während der Rest die Videothek in Renmark plünderte. Letztlich machte sich die Anstrengung auch bei den Martins bemerkbar während der fehlende Schlaf bei Christoph sein übriges tat und wir ausser nem abendabschließenden Film nichts mehr auf die Reihe bekamen. Das Wochenede war dann schon bisschen spannender. Wir schafften es sogar mal alle vor um 12 wach zu sein, und nicht nur wach sondern auch aus dem Haus. Und auf gings zum Aussie-Style Triathlon. Kanus nen Kilometer über die Farm schleppen, Kanu fahren, Cricket spielen. Während Teil 1 nicht weiter spannend war, war der Kanuauslug wirklich sehr schön. Der Murray ist um die Jahreszeit viel klarer und die Strömung scheint noch geringer zu sein als im Sommer. Ein Paradies für Wasservögel und fanatische Fotografen. Das Cricketzeug lag seit nem halben Jahr unagetastet im nie abgeschlossenen FarmVan und Niemand konnte sich mehr dran erinnern dass es da war, außer Augi und Spenki, und so gingen wir Cricket spielen während Familie Matthew Lloyd grade die Geburtstagsparty für Sohn Bradley vorbereiteten. Beim Cricketspielen bekamen wir dann noch Besuch von Pastor Tim der sich prächtig über unsere Version der Cricketregeln amüsierte. Wieder daheim gabs das übliche Abendgelage mit handcaramelisierten Früchten zum Nachtisch. Andere Menschen (und dazu gehörte auch Spenki) würden sich nun im Sessel zurücklehnen und die Bettgehzeit abwarten. Wir Anderen folgten jedoch Bettys Vorschlag uns doch mal heimlich an die Partygesellschaft ranzuschleichen und zu überprüfen ob die lieben Kleinen auch wirklich keinen Alkohol trinken (Es war ein 16. Geburtstag und das
Limit für jede Form von Alkohol in Australien ist 18). Als wir uns nach einer Umrundung des Partyareals gerade wieder zurückziehen wollten hörten wir
irgendwas mit "Germans" aus dem Hintergrund, und wurden vom jüngeren Matthewsohn reingewunken. Nachdem wir Bradley brav gratuliert hatten kam von irgendwoher Matthew und drückte uns jedem ein VB in die Hand. Es muss dazugesagt werden dass wir nicht wirklich die einzigen mit alkoholischem Getränk da waren, Bier, Wodka und Bourbon waren strategisch über die Partylandschaft verteilt, aber es hielt sich noch in Maßen, zumal Matt und Lisa unauffällig Wache hielten. Nach einer kurzen X-Box Projektorschlacht ließen wir uns neben Matthew, Lisa und Paige am Feuer nieder, probierten ein paar kleine Proben von Matthews Kochkunst und amüsierten uns über das Treiben der 30 13-17 jährigen. sam kam auch mal kurz vorbei verließ uns aber bald wieder nachdem sein Vorhaben, mein Haar mit Hilfe des Lagerfeuer zu Kürzen, fehlschlug. Halb 3 morgens kapitulierten sowohl wir als auch Matthew vor unserer Müdigkeit und begaben uns heim. Sonntag Nachmittag brachten wir im Wesentlichen bei Kevin Schmidt zu, der es gar nicht fassen konnte dass wir wieder da sind. Ach übrigens, Dienstag dürfen wir wieder arbeiten.


edward
hero fern bladerunner
Edward Scissorhands Hero Fear and Loathing in Las Vegas Blade Runner
lifeisbeautiful ronin pate ruanda
Life is Beautiful Ronin The Godfather Hotel Ruanda

Freitag, 26. Mai 2006

Irgendwann in Australien

Es ist 8:20 morgens, der Wecker klingelt. Eine recht humane Zeit mag man meinen. Hmmm, Human inwiefern ? Ich glaube die Phase wo wir uns über frühes Aufstehen aufregten
haben wir ohnehin hinter uns, nachdem die übliche Nacht im Holden eh nur bis halb 7 ging. Letztlich ist die Uhrzeit nämlich doch nicht soo human, einfach aufgrund dessen daß es Ferkelkalt ist. Ich meine ja, es gibt sowas wie ne Heizung, eine Klimaanlage die auch wärmen kann, etwas. Aber das hilft alles nicht viel wenn man von
der Tatsache ausgeht daß Australische Häuser in etwa so dicht sind wie die Haarnetze der Tierleichenfachverkäuferinnen bei Coles. Gut aber genug über die Temperaturzustände gejammert, alles in allem gehts uns bestens, und ja eh wieder einer meckert, wie immer. Glenn Innes war wohl die letzte ofiziell bekanntgegebene Rast unsererseits, nun seit dem
ging es natürlich unaufhaltbar weiter. Nachdem wir die Great Dividing Range erneut durchquehrten und uns über die steigenden Temperaturen freuten passierten wir noch das größte optische und das größte Radioteleskop Australiens
um dann schon wieder in Victoria zu sein. Und tatsächlich führten uns unsere Wege wieder durchs verhasste Mildura, wo wir auch noch eine kleine Visite in unserem Gefangenenlager einlegten. Aber schließlich gins wieder über die Grenze nach Südaustralien, durch Renmark hindurch und schließlich, na wohin ?, nach Lyrup.
Wieder zuhause...

Und glaubt nur wie das zuging, wie meldeten unsere Ankunft für um 3 nachmittags an, kamen schließlich aber erst Viertel 4. Als wir Matthew, Betty und "dem Neuen" angesichtig wurden, meinte Erstgenannter erstmal zu Betty, "Ich denke um 3, warum sind die jetzt schon da?"
Wir vergaßen nämlich unsere Uhr eine halbe Stunde zurückzustellen und waren somit schon dreiviertel 3 da. Der neue entpuppte sich bei genauerem Hinsehen als Christoph H. Ich mochte meinen Augen zunächst nicht trauen denn die Haare erschienen so unfassbar lang, über 3 cm wenn nicht gar 4. Nachher teilte uns Sam noch mit daß die Pflückarbeit erst nächsten Dienstag beginnen würde. Was folgte war eine Woche intensiver Urlaub. Es wurde viel Billard gespielt (und auch CIV4, ich bin ehrlich), südaustralisches Bier getrunken (naja es mag nicht das beste sein, aber es gehört nun einmal hierher), geschlafen (echte warme Betten) und sich einfach erholt. Am Freitag war Billiardturnier (siehe hier), anschließend gabs noch nen Abstecher zu Trucker Rob. Wieder zuhause wurde ein paar Stunden geschlafen um schließlich Samstag Mittag mit Betty nach Adelaide aufzubrechen.
Wie wir es schon erahnten sahen wir das Haus da tatsächlich noch einmal wieder. Der Grund unseres Ausfluges war ein Heimspiel von Port Adelaide
gegen die Brisbane Lions welches sich weit unten in der Tabelle abspielte. Das Ergebnis war niederschmetternd, das Spiel rein vom Prinzip her aber recht spannend. Sehr auffällig erschien uns nur wie ruhig es im Stadion war. Keine Fangesänge wie in nem europäischen Fußballstadion, keine Schiribeleidigungen, keine Hupen, nix. Oder zumindestens fast nichts.
Zurück in Lyrup gabs noch nen letzten freien Tag bis Dienstags schließlich der Arbeitsalltag wieder begann, allerdings erst um 11. Die Orangen müssen erst warm wedern bevor man sie Pflücken darf, deswegen kann es sein daß man sogar erst um 12 oder so mit Arbeiten anfangen darf. Durch die fehlenden Tageslichtstunden ist
der Gesamtertrag dann leider auch nicht zu hoch, aber dafür haben wir ja hier bei Betty ein schönes Leben und nichts auszustehen. Achso eins bleibt noch, Herbs Hand, aber dazu (siehe da)
Also denn, bis die Tage...

Donnerstag, 11. Mai 2006

Herbsteinbruch

Rundreise beendet, kurs ins Landesinnere eingeschlagen, quasi der neue Kurs fuer Arbeit, oder so. Jeder Urlaub hat einmal sein Ende und will schliesslich auch bezahlt werden, somit wird es fuer uns wieder Zeiit zu arbeiten, und das tun wir auch und zwar wieder in Lyrup, schliesslich sind wir da schon beinahe vollstaendige Einwohner. Von da trennen uns zwar noch bisschen ueber 1000 Kilometer, aber ein so festes Ziel hatten wir lange nicht mehr. Inzwischen haben wir allerdings erfahren dass der Herbst (ja wir haben Herbst) auch vor Australien nicht halt macht und uns neben wunderschoener Laubfaerbung (natuerlich nur der importierten Gewaechse) eiskalte Naechte mit Minustemperaturen einbringt. Also wird kuenftig mit 2 paar Socken, 2 T-Shirts, Pullover und Jeans geschlafen. Moeglicherweise bessert sich das aber wieder wenn wir Australiens einziges wirkliches Bergmassiv, die Great Dividing Range, ueberwunden haben. Aber erstmal ein paar Tage zurueck... Ich erwaehnte wir wuerden nach Brisbane fahren, und genau das haben wir auch getan. Und da wir in Bundaberg ja so ne nette Familie getroffen hatten und uns doch bitte melden sollten wenn wir in Brisbane sind haben wir auch das gemacht was in in 3 sehr schoenen Tagen in Brisbane resultierte wo wir beim knappen Tageslicht (halb6 ist es stockdunkel) die Stadt erkunden und Faehre fahren konnten, und Abends die Gastfreundschaft von Wayne und Margaret Muller (jemand ne Idee wo der Name herkommt) und ihrer suessen kleinen Tochter Emily geniessen konnten. Die Beiden sind auch viel gereist, besonders in Europa und Nordafrika und haben uns mal wieder demonstriert dass es Unmengen Interessanter Plaetze im 2000km Umkreis um unsere Heimat gibt die wir natuerlich noch nie gesehen haben. Ja, war wirklich sehr schoen da, Wayne baut neben seinem Shop als Brueckenbauingenieur als Hobby Gitarren (sehr schoen, Fotos folgen) und Margaret leitet diverse Choere waehrend Emily noch massiv mit sprechen lernen beschaeftigt ist. Augi und Spenki waren zwischendurch noch beim Rugbylaenderspiel gegen Neuseeland welches Australien unerwartet hoch gewann und dann waren die Tage schon wieder um und wir siedelten zur naechsten Einladung in Brisbane um. Andrea aus Loebau lebt seit einem Jahr mit ihrem australischen Freund Adam in Brisbane und arbeitet in der oertlichen Polizeiverwaltung. Acuh dort haben wir nen schoenen Abend und Vormittag verbracht, waren zwischendurch noch zu MI3 im Kino (absolut nicht zu empfehlen) und brachen dann weiter gen Sueden auf, in der Goldcoasthauptstadt Surfersparadise noch ein ueberteuertes Bier im Hardrockcafe reingezogen und uns gefragt wer da freiwillig Urlaub macht (da gibts mehr Wolkenkratzer als in Brisbane und da gabs schon viele) und sind gleich wieder raus gefahren. Naechsten Tag waren wir nochmal in Byron Bay am Strand und wandten uns schliesslich vom Meer ab und fuhren landeinwaerts ueber Grafton nach Glenn Innes, der Keltenhauptstadt Australiens.

Ps: Bilder folgen demnaechst.

Mittwoch, 3. Mai 2006

Sunshine Coast

Ab der Whitsundaycoast ist in Ostaustralien jedes Stück küste benamst und da wo sich letztere mit der Sunshinecoast trifft steht Bundaberg. Bundaberg könnte für den Touristen an sich langweilig wirken, ein mittelgroßes Städtchen umgeben von Kaffee- und Zuckerlpantagen, eigentlich nicht weiter spannend, gäbe es da nicht die Möglichkeit Zucker industriell wesentlich zu verfeinern, denn genau das wird in Bundaberg gemacht. Ich meine hier nicht etwa die Kandiszuckerversorgung der Nordseestaaten oder Pudelzucker sondern mehr die flüssige Variante. Bundaberg ist die australische Rumhauptstadt, und das ist keineswegs übertrieben, 2/3 australisch-verzehrter Destillierkunst stammt aus diesem Ort, und wir ließen es uns natürlich keineswegs nehmen einen Blick in die heiligen Hallen der Destillerie zu werfen. Kurz gesagt, die Führung war eher ernüchternd, so spannend ist Rumproduktion wohl doch nicht, die im Preis eingeschlossene Verkostung im Anschluss jedoch kann eher gegenteilig beschrieben werden.
H_klein
Den nächsten Tag versuchten wir noch mal schwimmen zu gehen was aber kaum möglich war da das schwer auch 100 Meter weit draussen gerade mal Kniehöhe erreicht, naja ein wenig enttäuschend, dafür gings Abends in ne tolle Kneipe mit Livemusik, unser Fehler war nur uns direkt vor die Box zu setzen und die gelegentlich aus dem Gleichgewicht gebrachten vorn rumtanz-torkelnden Teenager abzubekommen ;). Stück für Stück arbeiteten wir uns dann die letzten Tage die Küste entlang nach Süden, ganz gemächlich um noch ein wenig die langsam abkühlende Küstenlandschaft zu geniessen um gestern noch den letzten (weil südlichsten) Krokodilpark einen Beruf abzustatten. Australia Zoo, im Beistz des berühmten Steve Irwin (nie gehört) und trotz der Bezeichnung Zoo nicht unbedingt das was man sich unter nem günstigen Familienausflug vorstellt. 43$ pro Nase durften wir berappen, OK ich 35$ mein Studentenausweis hat sich endlich mal ausgezahlt. Dafür hat sichs aber auch gelohnt, unser Zootag begann um 11 im Crocoseum, einem großen Amphietheater wo die nächsten 2 Stunden lang Schlangen, Tiger, Vögel und schließlich die großen Salzwasserkrokos in einer, mal mehr mal weniger gelungenen, Mischung aus Lehrveranstaltung und Unterhaltungsshow präsentiert wurden. Neben den Krokodilen ist Heriet der ultimative Star des Areals, sie ist die älteste in Gefangenschaft lebende Galapagosschildkröte der Welt und wurde von Charles Darwin persönlich nach England gebracht, ist aber vor einem halben Jahrhundert nach Australien gekommen und hat nach nem kurzen Aufenthalt im Zoo von Brisbane ihren Alterswohnsitz im Australia Zoo gefunden. Ansonsten gabs wirklich jedes australische Tier zu sehen (Kängs, Wallis, Koalas, Womabts, Possums, Dingos, Kamel…) und halt auch Krokodile und Elefanten sowie total hyperaktive asiatische Otter. Wombats und Possums wurden sogar an der Leine durch die Gegend geführt und wurden zum Streicheln zur Verfügung gesellt, laut angabe der Parkwärter werden auch nur die genommen die ohnehin ganz heiß drauf sind betatscht zu werden, bei den Koalas lief das sogar im Schichtbetrieb. Alles in allem also doch ein ganz netter Tag, wir sehen unsere Kontoauszüge ja glücklicherweise nicht täglich. Abends fuhren wir dann noch rauf in die Glasshouse Mountains wo wir unter der majestätischen, zwischen den Bergesspitzen langsam verschwindenen, Abendsonne den Tag ausklingen lassen. Heute ist Akkuaufladtag und dann geht’s nach Brisbane….

Donnerstag, 27. April 2006

Eine späte Lektion…

Es war unsere erste Nacht nach dem verlassen Townsvilles, unser Nachtquartier war ein abgelegener Feldweg, soweit so gut, wenn nicht in der Nacht das Inferno losgebrochen wäre. Wär sich jetzt große Brandherde und sterbende Rinderherden vorstellt den muss ich leider enttäuschen, von außen betrachtet sah die gane Geschichte recht harmlos aus. Es spielte sich folgendermaßen ab, nachdem wir einige Stunden im Bett lagen (es muss irgendwann am frühen neuen Tag gewesen sein) lagen wir alle 3 wach bis sich Augi traute ein Gespräch zu eröffnen. Es ging um schwarze Punkte die sich bewegen konnten und komische Abdrücke machen, dabei ungemein weh tun und anschließend widerlich juckende Hautreiungen hervorrufen. Nachdem Spenki erleichtert war daß er nicht unter Halluzinationen leidet und mir erst just in diesem Augenblick Gefahr bewusst wurde war es zu spät. Massenhinrichtungen, erschwert durch die beinahe absolute Dunkelheit halfen nichts, die Dinger gabs in hunderten wenn nicht tausenden, innerhalb und außerhalb des Autos. Während wir alle ein Betäubungsbier tranken (330ml, 2,9% Alcohol, haha) gingen wir unsere schlimmsten Alpträume durch wobei es sich dann handeln könnte. Flöhe oder Läuse vielleicht, aber tun die denn so weh ? Aber doch nicht etwa die gefürchteten Bedbugs, Australiens schlimmste Käferplage die man mit keinen Chemikalien töten kann, und wie sollen wir das ganze Auto kochen ? Oder etwa Sandflies… ? Wir hatten einst davon gehört, aber das war irgendwann in der Mitte von Westaustralien und seit dem hatten wir nie Probleme (nach genauem Überlegen meinen wir aber wir hätten schon verinzelte gesehen). Die Apothekerin in Bowen wohin wir tags darauf fuhren bestätigte es uns dann, unsere Internetrecherche ergab daß die Flecken und die damit verbundenen Juckungen wochenlang anhalten können, und alleine Spenki hat sicher so um die hundert. Das war jetzt vor ner knappen Woche und wir spüren die Stellen immer noch.
Unsere Jobsuche blieb in Bowen übrigens ohne Erfolg, somit gings weiter nach Mackay, pünktlich zum Sonntagmorgen damit Augi und ich in die Kirche gehen konnten. Nach einem wieder etwas „steiferen“ lutheranischen Gottesdienst dann die üblichen netten Gespräche und ne Einladung in das Haus einer Profifotografin. Mein da jemand wir hätten nur Glück ? Wir mussten schließlich für den Sandflieangriff entschädigt werden. Abgesehen von helfenden Salben gegen die Biester gabs bei der netten Dame auch 3 gute Mahlzeiten, eine Stadtführung durch ihre Tochter, eine Partie UNO, eine Übernachtung im Fotoatelier (auf die Katze im selben Raum hätte ich allerdings gut und gerne verzichten können, *röchel*) und noch ne Büchse Sandwiches für den Auslug in den Eungella Nationalpark am nächsten Tage. Eine sehr schöne Tropenwaldszenerie wie man sie sich eben vorstellt mit nem netten kleinen Flüsschen in dem man auch hätte Baden können wofür uns allerdings doch zu kalt war (25°C sind eben nicht mehr genug damit uns warm ist). Wieder zurück in Mackay sahen wir uns am Morgen die Parade zum ANZAC-Day (Australian and New Zealand Army Corps) an und lauschten den Reden zu Ehrung der Opfer der scheinbar erfolglosesten Armee der Welt. Anschließend gings weiter nach Rockhampton wo wir uns auch im Moment Aufhalten.
Was unser Arbeitsproblem und den Verkauf des Autos angeht, nun da bahnt sich auch eine Lösung an, aber mehr wird nicht verraten, wenn jedoch alles klappt müssen wir uns keine Sorgen mehr machen wie denn nur und wo denn nur und so.
P.S. Es gibt wieder ne Menge neuer Bilder darunter auch wieder ein paar neue Tierbilder

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